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Die verborgene Superkraft wilder Kräuter

  • Maya Sporn
  • 30. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Im Mai lohnt es sich, beim Spaziergang den Blick nicht nur in die Ferne zu richten, sondern auch auf den Boden vor den eigenen Füssen. Entlang von Wegen, an Waldrändern oder in Wiesen spriesst jetzt eine Vielzahl von Wildkräutern. Was oft unscheinbar wirkt oder gar als „Unkraut“ bezeichnet wird, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als erstaunlich vielfältiges Pflanzenbuffet mit grosser Bedeutung für Natur und Mensch.


Gesammelte Gänseblümchen und Giersch
Gesammelte Gänseblümchen und Giersch

Zu den bekanntesten Wildkräutern gehört die Brennnessel. Ihr Ruf ist zwiespältig, denn ihre feinen Brennhaare können unangenehm sein. Doch sie ist weit mehr als eine «lästige» Wildpflanze. Für zahlreiche Schmetterlingsarten bildet sie eine wichtige Nahrungsgrundlage, und auch in der traditionellen Küche und Heilkunde spielte sie lange eine bedeutende Rolle. Ähnlich unterschätzt wird der Giersch, der vielerorts als hartnäckiges Gartenunkraut gilt. Dabei ist Giersch äusserst gesund – man könnte ihn aufgrund seines hohen Vitamin C Gehaltes (der ist nämlich rund viermal so hoch wie der einer Zitrone!) sogar als Superfood bezeichnen. Ausserdem enthält Giersch Eisen, Kalium und Magnesium und er wirkt entzündungshemmend und entschlackend.


Auch den Spitzwegerich trifft man im Moment an Wiesen und Wegen häufig an. Seine Blüten mögen für uns zwar unscheinbar aussehen, ziehen aber dennoch jede Menge Insekten wie Wildbienen, Schwebfliegen und Käfer an und sind ihnen eine wichtige Nahrungsquelle. Zudem dient der Spitzwegerich als Futterpflanze für über 30 Schmetterlingsarten.


Spitzwegerichblüten
Spitzwegerichblüten

Wildkräuter sind deshalb sowohl für Tiere aus auch für uns Menschen wichtig. Über Jahrhunderte hinweg wussten die Menschen um ihre vielfältigen Eigenschaften. Viele Pflanzen wurden gesammelt, getrocknet oder frisch verarbeitet – als Heilmittel, Gewürz oder Nahrungsergänzung. Dieses Wissen ist heute teilweise in Vergessenheit geraten, erlebt jedoch in den letzten Jahren wieder eine kleine Renaissance. Immer mehr Menschen entdecken die Freude daran, Pflanzen am Wegesrand zu bestimmen, zu sammeln und ihre Eigenschaften kennenzulernen.


Auch im eigenen Garten können Wildkräuter einen wertvollen Beitrag leisten. Für die Tierwelt ist es besonders hilfreich, wenn an einigen Stellen bewusst ein paar Wildkräuter stehen bleiben dürfen. Sie bieten Verstecke, Brutplätze und Rückzugsorte für viele kleine Tiere wie Käfer, Spinnen oder Raupen. Schon eine kleine, etwas wilder belassene Ecke kann dazu beitragen, die Artenvielfalt im Garten zu fördern und ein natürliches Gleichgewicht zu unterstützen.


Und vielleicht verändert sich dabei auch die Sicht auf das, was lange als „Unkraut“ galt: zu wertvollen kleinen Wundertüten der Natur, die es zu bewahren lohnt.




 

 
 
 

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