Wer summt denn da?
- Maya Sporn
- 2. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Wenn von Bienen die Rede ist, denken viele immer noch zuerst an Honigbienen. Dabei leben in der Schweiz über 600 Wildbienenarten – viele davon direkt vor unserer Haustür. Gerade jetzt im Frühsommer summt und brummt es in Gärten, Wiesen und an Waldrändern besonders intensiv.
Wer sich einen Moment Zeit nimmt und genauer hinschaut, entdeckt schnell: Wildbiene ist nicht gleich Wildbiene. Manche sind gross und pelzig, andere klein und beinahe unscheinbar. Es gibt rundliche und schlanke Arten, solche mit matter Oberfläche und andere, die metallisch schimmern. Einige sind schwarz oder dunkelbraun, andere rostrot, orange oder rehbraun gefärbt.
Viele Wildbienen wohnen im Boden, andere in Mauerritzen oder hohlen Pflanzenstängeln. Manche bleiben fast unbemerkt – obwohl sie für unsere Natur unverzichtbar sind.
Hier stellen wir einige Wildbienen vor, denen man im Appenzellerland besonders häufig begegnen kann.

Hummeln – die Kraftpakete unter den Wildbienen
Hummeln gehören ebenfalls zu den Wildbienen und sind im Appenzellerland besonders häufig anzutreffen. Dank ihrer dichten Behaarung können sie auch bei kühleren Temperaturen oder wechselhaftem Wetter fliegen – ein grosser Vorteil in höheren Lagen. Besonders oft sieht man sie auf Klee, Wiesensalbei oder Glockenblumen.
Hummeln gehören oft zu den ersten und letzten Bestäubern im Jahr – und leisten einen wichtigen Beitrag für Wildpflanzen und Gärten.

Mauerbienen – friedliche Gäste im Garten
Vor allem im Siedlungsraum begegnet man häufig Mauerbienen. Sie nisten in kleinen Hohlräumen: in alten Pflanzenstängeln, Mauerritzen oder Nisthilfen.
Die rostbraune Gehörnte Mauerbiene gehört zu den bekanntesten Arten und ist oft schon früh im Jahr unterwegs.
Wildbienen aus dem Boden – die Unsichtbaren
Die meisten Wildbienen wohnen nicht in Holz, sondern im Boden. Kleine offene Stellen in sonnigen Bereichen sind deshalb überraschend wertvoll.
Vielleicht haben Sie schon einmal kleine Löcher in einer trockenen Erdfläche entdeckt? Oft handelt es sich dabei um Nester von Sand- oder Erdbienen.
Blattschneiderbienen – kleine Baumeisterinnen
Mit etwas Glück lässt sich eine besonders spannende Wildbiene beobachten: die Blattschneiderbiene. Sie schneidet kleine halbmondförmige Stücke aus Blättern und verwendet diese als Baumaterial für ihre Brutzellen.
Die kleinen Ausschnitte sehen erstaunlich ordentlich aus – und schaden der Pflanze kaum.

Was Wildbienen wirklich hilft
Wildbienen sind übrigens ausgesprochen friedlich – viele Menschen bemerken gar nicht, dass sie ganz in ihrer Nähe leben.
Ein Insektenhotel kann helfen, doch mindestens genauso wichtig sind genügend Blütenpflanzen in der Umgebung. Wer Wildbienen fördern möchte, braucht nicht viel – oft helfen schon kleine Veränderungen:
einheimische Wildblumen und Kräuter wachsen lassen
nicht alles gleichzeitig mähen
offene Bodenstellen zulassen
verblühte Pflanzenstängel teilweise stehen lassen
auf Pestizide verzichten
Hecken und strukturreiche Ecken fördern
Artenvielfalt entsteht oft dort, wo nicht alles perfekt aufgeräumt ist und die Natur ihren Raum einnehmen darf.




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