Wichtige Frühblüher und was im März sonst noch für die Artenvielfalt getan werden kann
- Maya Sporn
- vor 2 Tagen
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Die Temperaturen steigen langsam und die ersten Tiere wagen sich wieder aus ihren Verstecken hervor. Im Moment sind besonders Hummelköniginnen aktiv. Sie haben den Winter allein überlebt und müssen jetzt dringend Nahrung finden, um ein neues Volk zu gründen. Denn anders als etwa bei den Honigbienen, wo immer auch einige Arbeiterinnen den Winter überleben, sterben bei den Hummeln, ausser der bereits begatteten Jungkönigin, alle anderen Tiere im Herbst. Jetzt, im Frühjahr, gehen die Königinnen auf die Suche nach einem geeigneten Nistplatz, an dem sie ein neues Hummelvolk gründen können. Dazu werden Totholzhaufen und Steinspalten inspiziert, manchmal auch Vogelnester oder gar Hausisolierungen. Die Jungköniginnen zehren zunächst noch von Nahrungsvorräten aus dem Vorjahr, den sie in ihrem Honigmagen eingelagert haben, bald aber sind diese Vorräte aufgebraucht. Genau hier kommen die Frühblüher ins Spiel. Pflanzen wie Krokus, Schneeglöckchen oder Lungenkraut liefern in einer Zeit Nektar und Pollen, in der das Angebot noch sehr knapp ist. Auch Gehölze wie die Kornelkirsche oder die heimische Salweide spielen deshalb eine bedeutende Rolle für Insekten. Ihre Blütenkätzchen gehören zu den wichtigsten Nahrungsquellen im zeitigen Frühling. Wer in seinem Garten oder auf seinem Grundstück solche früh blühenden Pflanzen fördert, hilft nicht nur einzelnen Insekten, sondern unterstützt ganze Nahrungsketten. Denn wo Insekten sind, finden auch Vögel ausreichend Futter für ihre Jungen.

Wer jetzt aufmerksam durch Garten, Wiese oder am Waldrand unterwegs ist, kann mit etwas Glück noch weitere Frühlingsboten entdecken. Neben den Hummelköniginnen zeigen sich an sonnigen Tagen mancherorts auch bereits Zitronenfalter, die als erwachsene Tiere überwintern, oder erste Wildbienenarten, die oft unscheinbar und viel kleiner sind als Honigbienen. Der März ist auch ein guter Zeitpunkt, um vorhandene Wildbienen-Nisthilfen zu kontrollieren. Im Gegensatz zu anderen Nistkästen muss man Wildbienenhäuser aber nicht putzen. Es genügt, die Materialien zu kontrollieren und gegebenenfalls zu ersetzen, sollten sie unbewohnt und sehr verwittert sein.
Ebenso wichtig wie das aktive Fördern ist es jetzt immer noch, gewisse Dinge bewusst nicht zu tun. Abgestorbene Stängel, Samenstände und Laubhaufen sind keine Zeichen von Nachlässigkeit, sondern wertvolle Lebensräume. In hohlen Pflanzenstängeln entwickeln sich Wildbienenlarven, unter Laub überwintern Käfer, Spinnen und andere Kleintiere. Wer mit dem grossen Rückschnitt wartet, bis die Temperaturen dauerhaft ansteigen, schützt diese verborgenen Bewohner. Ein naturnaher Garten darf im Frühling noch etwas unaufgeräumt wirken – genau das macht ihn ökologisch wertvoll.

Und auch wer keinen grossen Garten besitzt, kann einen wichtigen Beitrag leisten. Bereits einzelne Töpfe mit früh blühenden, heimischen Pflanzen auf dem Balkon bieten Nahrung für Insekten. Beim Kauf von Erde lohnt es sich zudem, auf torffreie Produkte zu achten, denn Moore sind wichtige Kohlenstoffspeicher und einzigartige Lebensräume, die wir schützen sollten.
Der März ist damit weit mehr als ein Übergangsmonat zwischen Winter und Frühling. Er ist eine entscheidende Phase, in der die Weichen für das kommende Naturjahr gestellt werden. Jede Blüte zählt, jeder stehen gelassene Stängel kann Lebensraum sein, und jede bewusste Entscheidung zugunsten heimischer Pflanzen stärkt das ökologische Netz vor unserer Haustür. Wenn wir der Natur jetzt Raum geben, danken es uns Hummeln, Schmetterlinge, Vögel und viele weitere Arten mit einem lebendigen, vielfältigen Frühling.




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