Was der Naturgarten jetzt braucht - Februar
- Maya Sporn
- vor 13 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Der Februar wirkt auf den ersten Blick still. Frostige Nächte, kahler Boden, wenig sichtbares Leben. Doch unter der Oberfläche passiert bereits enorm viel. Knospen entstehen, erste Wildbienen werden an milden Tagen aktiv, und im Boden bereiten sich Pflanzen und Mikroorganismen auf den Frühling vor. Jetzt braucht der Naturgarten vor allem eines: Zurückhaltung, Aufmerksamkeit und Schutz.

Weniger tun – mehr bewirken
Im Naturgarten ist der Februar kein Monat für grosse Aktionen. Abgestorbene Stauden, liegen gebliebenes Laub oder hohle Pflanzenstängel wirken vielleicht «unordentlich», sind aber überlebenswichtig. In ihnen überwintern Insekten, Spinnen und Larven, die später für Bestäubung und ein stabiles Gleichgewicht sorgen. Wer jetzt aufräumt, nimmt vielen Tieren ihren letzten Schutz vor Kälte. Als Faustregel gilt: Am besten erst schneiden und aufräumen, wenn die Nächte dauerhaft frostfrei sind – und auch dann nur behutsam.
Laub ist kein Abfall
Liegt noch Laub unter Sträuchern oder auf Beeten, darf es bleiben. Es schützt den Boden vor Austrocknung, nährt Regenwürmer und Mikroorganismen und wirkt wie eine natürliche Mulchschicht. Besonders wertvoll ist Laub unter Hecken, Wildsträuchern und Bäumen – genau dort, wo der Naturgarten seine Stärke zeigt. Wenn Wege freigeräumt werden müssen, kann das Laub einfach in ruhigere Gartenecken gezügelt werden. So bleibt es im Kreislauf.
Erste Nahrung für Frühstarter
An sonnigen Tagen zeigen sich bereits die ersten Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen. Wer im Naturgarten früh blühende Pflanzen stehen hat oder neu pflanzt, hilft ihnen enorm. Schneeglöckchen, ungefüllte Krokusse, Hasel oder Erle liefern jetzt lebenswichtigen Pollen.
Auch alte Samenstände von Wildstauden sollten noch stehen bleiben – sie sind nicht nur Winterquartier, sondern oft auch letzte Futterquelle für Vögel.
Gehölze nur mit Bedacht schneiden
Falls geschnitten werden muss, dann jetzt und sehr gezielt. Totholz ist im Naturgarten kein Makel, sondern ein Schatz. Abgestorbene Äste können als Totholzhaufen liegen bleiben oder am Gehölz verbleiben, wenn keine Gefahr besteht. Sie bieten Lebensraum für Käfer, Pilze und später auch für Vögel.

Beobachten statt eingreifen
Der vielleicht wichtigste Punkt im Februar: Beobachten. Welche Bereiche bleiben lange feucht? Wo tauchen erste Pflanzen auf? Welche Ecken wirken besonders lebendig? Diese stillen Beobachtungen sind die beste Grundlage für spätere Entscheidungen – ganz ohne Gartenplan aus dem Katalog.




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